AKTUELL: Der Pseudokrupp

Als Pseudokrupp bezeichnet man bellende Hustenanfälle, teilweise verbunden mit Atemnot, hervorgerufen durch eine akute Entzündung des Kehlkopfes mit Anschwellen der Kehlkopfschleimhaut unterhalb der Stimmritze. Die Entzündung wird meist durch Viren hervorgerufen. Aufgrund des engen Kehlkopfdurchmessers tritt der Pseudokrupp gehäuft bei Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren in der kalten Jahreszeit (Oktober bis März) auf. Typisch ist das plötzliche nächtliche Auftreten aus dem Schlaf heraus ohne vorangehende Krankheitszeichen. Vorzeichen eines Infektes der oberen Atemwege (Schnupfen, Husten) bzw. einer Kehlkopfentzündung können, müssen aber nicht vorhanden sein.

Krankheitszeichenpseudokrupp-MP3

  • charakteristischer trockener, bellender, tiefer Husten („wie ein Seehund“)
  • Heiserkeit
  • pfeifendes, ziehendes Geräusch beim Einatmen (in schweren Fällen auch beim Ausatmen)
  • Einziehungen der Haut zwischen den Rippen, ober- und/oder unterhalb des Brustbeins
  • Atemnot (in schweren Fällen)
  • gelegentlich Fieber

 Vorbeugung von Pseudokrupp-Anfällen

  • kühle, feuchte Luft im Schlafzimmer (keine warme, feuchte Luft aus der Dusche/Badewanne!) – gut lüften bzw. Fenster kippen, Heizung abdrehen, feuchte Tücher aufhängen
  • entzündungshemmendes, schmerzstillendes Medikament vor dem Einschlafen (zB Ibuprofen®, Nureflex®)
  • hustenreizdämpfendes Medikament vor dem Einschlafen (zB Tuscalman®, Codipertussin®)

Maßnahmen bei Pseudokrupp-Anfall

  • selbst Ruhe bewahren und das Kind beruhigen, ablenken
  • Kind in eine Decke einwickeln/warm anziehen und mit ihm an die kalte Nachtluft (Balkon, Terrasse, offenes Fenster) gehen
  • falls vorhanden, Cortisonzäpfchen oder –saft verabreichen („Notfallszäpfchen“)
  • falls Atemnot besteht und trotz der genannten Maßnahmen innerhalb 30 Minuten keine Besserung eintritt, Krankenhaus aufsuchen oder Rettung rufen

Zum Youtube-Video eines Anfalls

Weitere Infos