COVID-19 – Impfung

Stand Jänner 2020

Sie wird grundsätzlich für alle Erwachsenen empfohlen, besonders aber für Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 (Menschen > 65 Jahre oder mit Vorerkrankungen).

An Kindern unter 16 Jahren, Schwangeren und Stillenden wurden die Impfstoffe noch zu wenig getestet. Daher ist für diese Personengruppen die Impfung derzeit noch nicht empfohlen. Bei hohem Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung aber geimpft werden.

Personen mit allergischen Reaktionen auf Impfungen in der Vorgeschichte wird die Impfung derzeit nicht empfohlen.

Bei Immunsuppression (zB durch Krebserkrankungen, Chemotherapie, bei Einnahme immunsuppressiver Medikamente) gibt es noch zu wenig Daten über Wirksamkeit der Impfung. Es gibt zwar keine Bedenken bezüglich der Verträglichkeit und Sicherheit. Aufgrund der unterdrückten Funktion des Immunsystems könnte dieses aber möglicherweise nach der Impfung weniger stark mit Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus reagieren als ein normal funktionierendes Immunsystem und so keinen ausreichenden Impfschutz gewähren.

Da zur Zeit noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, wird dieser nach einer Priorisierungsliste des Bundesministeriums verteilt.

Im Jänner werden zuerst Bewohner und Personal von Alten- und Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal geimpft, weil für diese das Risiko am größten ist, an COVID-19 zu erkranken oder gar zu sterben.

Für die erste Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen können die Impfungen nach einer Entscheidung des Impfkoordinators Notruf NÖ leider nicht in den Hausarztpraxen durchgeführt werden.

Die St. Valentiner Ärzt*innen versuchen daher, gemeinsam mit der Stadtgemeinde eine Impfstraße zu organisieren. Details dazu werden noch bekannt gegeben.

Die Anmeldung ist leider ausschließlich ONLINE über www.impfung.at möglich.

Sobald uns Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden, können Sie sich natürlich in unserer Praxis impfen lassen!

Nach einer "Grundimmunisierung" in Form von 2 Teilimpfungen im Abstand von 3 bzw. 4 Wochen je nach Produkt wird davon ausgegangen, dass man jedenfalls mehrere Monate (bis bestenfalls sogar Jahre) vor einem schweren Verlauf von COVID-19 geschützt ist.

Wie lange der Impfschutz tatsächlich hält und ob man diesen nach einiger Zeit auffrischen muss, wird noch untersucht.

Die Impfung verhindert nach der 2. Dosis sehr zuverlässig einen schweren oder gar tödlichen Verlauf von COVID-19 (= klinische Immunität).

Ob auch eine Ansteckung und Weitergabe des Virus verhindert wird (= sterile Immunität), ist noch nicht sicher.

Es wird aber vermutet, dass bei geimpften Personen die Infektiosität zumindest deutlich reduziert ist im Vergleich zu nicht Geimpften. Daten dazu werden demnächst erwartet.

Die zugelassenen Impfstoffe wurden im Rahmen von Studien an vielen tausenden Menschen erprobt und seit der Zulassung bereits an mehrere Millionen Menschen auf der ganzen Welt verimpft.

Dass sie in so ungewöhnlich kurzer Zeit entwickelt werden konnten, liegt an dem großen weltweiten Interesse und der dadurch sichergestellten Finanzierung der Studien, die so teilweise parallel statt hintereinander durchgeführt werden konnten.

Da trotz der kurzen Entwicklungszeit die Sicherheit der Impfstoffe stets im Vordergrund stand, gehören die Corona-Impfstoffe zu den am besten untersuchten Impfstoffen der Impfgeschichte.

Es ist bekannt, dass Impfreaktionen direkt nach der Impfung etwas häufiger auftreten als nach anderen Impfstoffen:

  • Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost
  • Müdigkeit

Ganz vereinzelt traten bisher allergische Reaktionen bei Personen auf, die bereits vorher auf Impfungen allergisch reagiert hatten. Daher müssen Personen mit bekannten Allergien generell 30 Minuten nach der Impfung unter Beobachtung bleiben.

Bisher sind offiziell keine Berichte von Todesfällen, schweren Erkrankungen oder Dauerschäden in direktem Zusammenhang mit der Impfung berichtet.

Die Impfstoffe von Biotech-Pfizer und Moderna enthalten RNA - das ist genetisches Material von Viren. Das Genom von menschlichen Zellen besteht im Gegensatz dazu aus DNA.

Bei jeder Erkältungskrankheit bringt das Erkältungsvirus seine Virus-RNA in unsere Zellen ein, um sich dort zu vermehren – und OHNE unser Erbgut zu verändern! Das war Ihnen nur bisher nicht bekannt.

Bei der Impfung gelangt also ein Teil der Coronavirus-RNA in einige unserer Muskelzellen, wo sie als Vorlage für Eiweißstoffe des Virus dient, die in weiterer Folge unser Immunsystem zum Kampf gegen später eindringende Coronaviren aktivieren. Die RNA wird in den Zellen aber innerhalb kurzer Zeit abgebaut und verbleibt somit nicht lange im Körper.

Die Virus-RNA kann dabei NICHT in den Zellkern zu unserer DNA eindringen und daher auch NICHT unser Erbgut verändern!

Molekularbiologe Martin Moder von der Uni Wien, Mitgleid der Wissenschaftskabarettgruppe "Science Busters", erklärt das in diesem Video noch einmal ganz genau:

Molekularbiologe Martin Moder von der Uni Wien, Mitglied der Wissenschaftsgruppe "Science Busters", klärt auf, warum man vor Langzeitfolgen im Fall der Corona-Impfstoffe trotz der kurzen Entwicklungszeit keine Sorgen zu haben braucht:

Links zu Infoseiten

Corona-Schutzimpfung (Informationsseite des Gesundheitsministeriums)

Corona-Schutzimpfung (Informationsseite von Notruf NÖ)

COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) (Robert-Koch-Institut)

Wirksamkeit, Zulassung, Verfügbarkeit: Drei Impfstoffe im Vergleich (Standard 30.12.2020)

Corona – Antikörperstudien belegen konstante, stabile Immunität (Medizinische Universität Innsbruck, Dezember 2020)

Robust neutralizing antibodies to SARS-CoV-2 infection persist for months (Science, Dezember 2020)

Zwölf Gründe, warum Menschen sich nicht impfen lassen – widerlegt (Standard, 27.12.2020)

Aufklärungs- und Dokumentationsbogen zur COVID-19-Schutzimpfung

Comirnaty – Gebrauchsinformation (Biontech-Pfizer)

Comirnaty (Informationsseite der European Mediciens Agency EMA)


Informationsvideo von Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Mitglied des nationalen österreichischen Impfgremiums und klinischer Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Universitätsklinikum St. Pölten (Dezember 2020)
Videovortrag von Prof. Dr. Florian Krammer, geboren in der Steiermark, Professor für Impfstoffforschung an der Icahn School of Medicine, Mount Sinai, New York (November 2020)
Wissenschaftspodcast mit Prof. Dr. Florian Krammer